Ihre Arbeitsschritte zur Erstellung eines Fotobuchs

London-BusFür die Erstellung eines Fotobuchs gibt es viele Anlässe. Eine Städtereise ist einer davon. Die vielen Fotografien schlummern normalerweise auf der Festplatte vor sich hin. Es wird schnell langweilig, wenn man alle Fotos zeigen bzw. noch einmal selbst anschaun möchte. Die Erlebnisse und die schönen Momente möchte man aber sicher mit Freunden oder Familien-Mitgliedern teilen.

Ein Fotobuch bietet die beste Gelegenheit dazu und ist durchaus etwas Besonderes. Am besten wählt man eine hochqualitative Ausführung des Fotobuches. Es macht dann einen besseren Eindruck und man hat selbst mehr Spaß daran. Die Erstellung eines Fotobuches ist auf den ersten Blick schnell gemacht. Ambitionierte Fotografen haben jedoch eine große Menge an Fotos -vorzugsweise im Rohformat und als JPEG-Datei fürs schnelle ansehen und aussuchen. Außerdem haben sie einen hohen Anspruch an die Qualität der Fotos. Bei der Erstellung eines Fotobuches muss man sich auf die besten Fotos konzentrieren.
Die Kunst ist die geschickte Auswahl und nicht das Überfrachten der Seiten mit Bildmaterial. Bei den meisten Anbietern von selbst gestaltbaren Fotobüchern zahlt man pro Seite. Dabei ist die Anzahl der Fotos beliebig. Man neigt folglich dazu, möglichst viel Bildmaterial auf den Seiten zu platzieren. Dabei werden die Formate aber sehr klein und das einzelne Foto wirkt nicht richtig, obwohl es „Besseres verdient“ hätte.

Im Folgenden beschreibe ich grob die einzelnen Arbeitsschritte, die für ein hoch-qualitatives Fotobuch unabdinglich sind.

1. Sichtung und Auswahl der Fotos: Nach einer Städtereise komme ich in der Regel mit ein paar tausend Fotos zurück. Etwa 5 bis 10 Prozent sind für mich OK, obwohl ich am liebsten alle irgendwie verwerten würde. Also mache ich mich erst einmal an die Sichtung und Vorauswahl. Dazu kopiere ich die schönsten Fotos samt Rohformat-Datei in ein neues Verzeichnis, das ich nach der Fertigstellung des Fotobuches wieder lösche. Dieser Arbeitsschritt erfordert viele Selbstdisziplin und etwas Mut, ebenfalls schöne Fotos nicht auszuwählen.

2. Bearbeitung der Fotos:
Zur Bearbeitung der Fotos nutze ich Lightroom von Adobe. Hier hat man alles Fotos auf einen Blick und kann gegebenenfalls auch mehrere Fotos automatisch verbessern lassen oder mit abgespeicherten Grundeinstellungen arbeiten. Diese verwende ich in der Regel nicht, da ich jedes Foto einzeln bearbeiten möchte. Wichtig: Man arbeitet grundsätzlich mit den Rohformat-Dateien, da diese alle Bildinformationen enthalten. Man kann somit das Optimum aus den Fotos herausholen. Einige wenige Fotos bearbeite ich in Photoshop. Zum Beispiel wende ich den Tilt-Shift-Filter gerne auf ein oder maximal zwei Fotos an. Zur Erinnerung: Das ist der Filter, der Menschen und Autos, die von einem Hochhaus fotografiert wurden, wie eine Spielzeuglandschaft erscheinen lassen. Man sollte übrigens bei der Fotoreise schon überlegen, was man mit den Fotos machen möchte. Also: Nicht einfach drauf losknipsen, sondern schon das Endergebnis im Kopf haben.

3. Erstellung der HDR- und der Panorama-Aufnahmen:
Jedes gute Fotobuch sollte als Blickfänger eine HDR-Aufnahme enthalten. Dabei macht man ein Foto mit z.B. fünf unterschiedlichen Belichtungen. Die Blende ist konstant, die Belichtungszeit variiert. Die Fotos werden mit einer speziellen Software oder in Photoshop in eine HDR-Aufnahme zusammen gerechnet. Einige Fotos erhalten somit die gewünschte Tiefe und Dramatik. In jedem gute Fotobuch sollten auch mindestens ein bis drei Panoramen zu finden sein. Die Einzelfotos (von links nach rechts aufgenommen) kann man dann mit einer speziellen Panorama-Software erstellen.

4. Wahl des Anbieters und des Produktes:
Im Internet gibt es viele Anbieter von selbst gestaltbaren Fotobüchern. Ich habe schon einige ausprobiert und bin sehr zufrieden mit Saal-Digital. Auf diesem Blog hatte ich schon über die Picture-Box berichtet. Noch mehr begeistert bin ich von der Software, mit der man Fotobücher gestaltet. Diese lädt man sich auf den PC und kann bequem offline arbeiten. Erst zum Schluss lädt man die kompletten Daten hoch. Man sollte schon bei der Auswahl der Fotos wissen, ob man sich für ein Fotobuch im Hoch- oder im Querformat entscheidet. Am besten hat man schon eine Idee dazu, bevor man vor Ort mit dem Fotografieren beginnt. Ich habe mich für mein Projekt für ein Hardcover-Fotobuch im Querformat mit Geschenkbox entschieden. Im Querformat kann ich meine Panoramen am besten präsentieren.

5. Reihenfolge der Fotos festlegen:Saal-Digital-6
Die Fotos zieht man entweder aus dem Windows-Explorer oder aus dem Explorer der Erstellungs-Software auf die Arbeitsfläche. Unter dieser Fläche sieht man die einzelnen Seiten des Fotobuches. Auf der Arbeitsfläche sieht man die aktuell ausgewählte Seite. Man kann vorgeschlagene Designs auswählen oder auf einer weißen Arbeitsfläche alles selbst festlegen. Die Fotos habe ich chronologisch, also dem Reiseverlauf entsprechend- angeordnet. Eine andere Idee könnte z.B. die Anordnung nach Farben oder Motiven sein. Hier ist Kreativität gefragt. Man verteilt die Fotos also auf die Seiten, wobei man zusätzliche Seiten jederzeit einfügen kann.

6. Fotos ausrichten:
Es gibt ein praktische Raster in unterschiedlich wählbaren Abständen. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Rahmenarten und Masken. Hier hilft das Ausprobieren. Man sollte allerdings aufpassen, dass man den roten Faden aufgrund der vielen angebotenen Gestaltungsmöglichkeiten nicht verliert. Das Fotobuch sollte schon professionell und nicht „zusammengestoppelt“ aussehen.

7. Hintergrund festlegen:Saal-Digital-7
Erst jetzt mache ich mich an die Auswahl der Hintergründe zu jeder einzelnen Seite. Dabei schalte ich das Raster wieder aus. Es stört jetzt. Es gibt einfarbige Hintergründe, Muster und Verlaufs-Hintergründe in fast allen Varianten. Man kann auch eigene Fotos als Hintergrund festlegen. Wenn man unsicher ist: Schwarz oder Dunkelgrau wirkt immer edel. Etwas Mut zur Farbe darf natürlich sein. Diese sollte dann aber einzelne Bildelemente aufgreifen und betonen. Eine falsch gewählte Hintergrund-Farbe kann das schönste Foto jedoch zunichte machen. Aber schön ist, was einem persönlich gefällt.

8. Beschriftung:
Erst jetzt mache ich die Beschriftung. Natürlich setzt dies voraus, dass ich auf den Seiten entsprechend viel Platz gelassen habe. Die Software bietet einen guten Texteditor mit verschiedenen Schriftarten an. Größe und Farbe sind beliebig wählbar. Ich hatte die Beschriftung auch schon bei der Bildanordnung in Schritt 5 vorgenommen. Hier besteht die Gefahr, dass man sich verzettelt. Zu groß ist die Versuchung, im Reiseführer die richtigen Orte und Straßennamen heraus zu suchen. Das lenkt von der kreativen Bildanordnung ab.

9. Kontrolle:
Bei der Kontrolle schalte ich das Raster wieder ein. Ärgerlich wäre es, wenn man an dem fertig gedruckten Fotobuch feststellt, dass das ein oder andere Foto im Verhältnis zu den anderen Fotos auf der gleichen Seite um ein paar Millimeter verschoben ist.

10. Bestellvorgang:
Hier wird man bequem durchgeführt. Man kann die Daten entweder auf eine CD / DVD brennen und einsenden oder hochladen. Ich habe mich für das Hochladen entschieden. Der Fortschrittsbalken ist dabei sehr praktisch.

11. Anschaun und genießen:
Am Sonntagabend habe ich den Auftrag erteilt. Am Montagmittag erreichte mich die Versandbestätigung per Mail. Einen Tag später kam das Fotobuch an. Die Qualität ist sehr gut. Die Geschenkbox macht einen hochwertigen Eindruck und schützt das Fotobuch.

Man sieht, dass eine Menge Vorarbeit erforderlich ist, wenn man ein gutes Endergebnis will. Allerdings bietet Saal-Digital auch eigene Bildoptimierungsfunktionen wie Schärfe, Helligkeit, Kontrast usw. an. Schritt 2 könnte man sich also in der Vorarbeit sparen. Von der Saal-Digital-Software bin ich begeistert, weil es einfach Spaß gemacht hat, die vielen Möglichkeiten auszuprobieren. Die Software läuft stabil und ist meines Erachtens besser und umfangreicher als die Editoren manch anderer Hersteller.

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