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Archiv der Kategorie Foto-Tipps

Dynamik mit der Zoom-Technik

indien209_11a.jpgDer Besuch des Taj Mahal in Indien ist ein “Muß” auf jeder Indien-Rundreise.

Bei unserem Aufenthalt in Agra hatten wir zweimal die Gelegenheit für einen Besuch dieser Sehenswürdigkeit. Bei unserem ersten Besuch am Mittag stand die Sonne sehr hoch und es wimmelte von Besuchern. Selbstverständlich machte ich die obligatorischen Fotos, wie man sie von jedem Reiseführer kennt. Von vorne, von der Seite usw. Auf die Dauer war mir diese zu langweilig. Außerdem waren nur Menschenmassen auf den Fotos. Beim zweiten Besuch am Abend stand die Sonne schon tief. Die Farben waren weich und es waren kaum noch Besucher auf dem Gelände. Aber nicht immer hat man die Zeit und die Gelegenheit für einen weiteren Besuch. Um dennoch besondere Fotos zuhause präsentieren zu können entschloß ich mich schon mittags für die Zoomtechnik.

Zur Technik:
Ich stellte eine Belichtungszeit von 1/2 Sekunde ein. Möglich sind Zeiten zwischen 1/3 und einer Sekunde. Bei der Blendenautomatik wählt die Kamera die passende Blende. Ist es für die kleinste Blende immer noch zu hell, sollte man einen Graufilter verwenden. Den Fokus stellte ich auf manuell. Ich stellte den Mittelpunkt des Fotos scharf. Bei meinem Foto ist dies das Eingangsportal des Taj Mahal. Während des Auslösens verschob ich den Zoom von der kurzen zur langen Brennweite (also von fern auf nah). Dazu eignet sich ein Schiebe-Zoomobjektiv besser als ein Dreh-Zoomobjektiv.
Ich hatte kein Stativ zur Hand. Daher machte ich das Foto aus der Hand. Man benötigt etwas Übung, damit solche Fotos gelingen. Daher sollte man lieber ein paar Fotos mehr machen.

Alternativen:
In der Bildbearbeitungssoftware kann man mit den entsprechenden Filtern diesen Effekt nachstellen. In Photoshop verwendet man dazu den radialen Weichzeichner.
Außerdem gibt es Filterscheiben von Cokin oder anderen Herstellern. Sie sind in der Mitte klar und zu den Seiten hin geschliffen. Der Zoomeffekt wird damit schon bei der statischen Aufnahme simuliert.

Belichtungsmessung richtig wählen

Es gibt in der Regel die sogenannte Matrixmessung. Sie mißt das Motiv an so vielen Punkten wie möglich aus und ermittelt dann die optimale Belichtung. Dies ist bei Landschaftsaufnahme die richtige Wahl.

Befindet sich das wichtigste Bildelement im Zentrum des Motivs, bietet sich die mittenbetonte Messung an. Sie gewichtet die Lichtinformation in der Bildmitte höher als an den Rändern des Motivs.

Bei der Spotmessung dagegen wird ausschließlich der Punkt, auf den man mit dem Spot (Mitte des Suchers) zielt, gemessen. Der Rest des Motivs bleibt bei der Einstellung der richtigen Belichtung unberücksichtigt. Liegt der zu messende Spot nicht in der Bildmitte, muß man mit der Kamera nach der Messung schwenken. Man Mißt also mit dem Spot und drückt dann die AEL-Taste. Damit friert man quasi die Meßwerte ein. Auch der Fokus bleibt dann fix. Man kann dann in Ruhe den richtigen Bildausschnitt wählen.

Bei Gegenlichtaufnahmen ist die Spotmessung eine gute Wahl.
In den vorhergehenden Feeds habe ich auch über den Aufhellblitz geschrieben und das Aufblenden erläutert. Man probiert am besten verschiedene Methoden aus. Nach dem Studium dieser Feeds haben Sie ja das nötige Rüstzeug. Und Speicherplatz kostet nichts. Früher war das “Rumprobieren” mit Kleinbildfilmen teurer. Das Ergebnis hat man erst nach der Entwicklung der Filme gesehen. Meist wußte ich dann nicht mehr die genaue Einstellung der Kamera. Heute hilft übrigens die Auswertung der EXIF-Dateien der Fotos weiter.

Belichtungs-Korrektur

Die Belichtungskorrektur ist ein wichtiges Instrument. Schon bei den Kleinbildkameras war sie verfügbar. Bei den Digitalkameras sieht man jedoch sofort das Ergebnis.

An regnerischen Tagen wähle ich eine Korrektur von +0,5 Blendenstufen. Die Aufnahmen erscheinen freundlicher. Die trübe Stimmung verschwindet aus den Bildern.

Fotografiere ich gegen die Sonne, muß ich ebenfalls aufblenden. Die Kamera versucht nämlich, eine richtige Belichtung zu finden und dunkelt ab. Somit sind z.B. Gesichter im Schatten zu dunkel. Das Aufblenden bewirkt die richtige Belichtung der Schattenstellen. Man sollte um bis zu 2 Blendenstufen aufblenden. Hier ist Ausprobieren angesagt. Das gleiche gilt bei Schneelandschaften. Blendet man nicht auf erscheint der Schnee grau.

Fotografiere ich bei Dämmerung, versucht die Kamera aus dem Restlicht alles “herauszuholen”. Die Aufnahme sieht dann aus, als wäre sie bei Tage gemacht. Also muß ich abblenden, damit die Lichtstimmung erhalten bleibt.

Mit der Blendenvorwahl gestalten

Wie man mit der richtigen Blendenvorwahl die Bildgestaltung vornimmt lesen Sie hier…..

Die Blende ist für mich das wichtigste Gestaltungsmittel. Fehler, die ich hier mache, kann ich nur mit Mühe am PC korrigieren.

Mit der Blende gestalte ich den Vorder- und den Hintergrund. Die Öffnung der Blende steuert die Lichtmenge, die auf den Sensor trifft. Wichtiger ist jedoch, daß die Blende die Schärfentiefe bestimmt. Wenn ich eine große Schärfentiefe brauche (z.B. für Landschaftsaufnahmen) wähle ich eine kleine Blende. Dies ist z.B. Blende 16 oder 22.  Je nach Lichtverhältnissen muß auch mal Blende 11 ausreichen.

Porträtaufnahmen mache ich dagegen mit weit geöffneter Blende (z.B. 2,8 oder 3,5). Dies hat den Vorteil, daß der Hintergrund unscharf ist. Die Aufmerksamkeit des Bildbetrachters ist auf die Person bzw. das Modell gerichtet. Selbstverständlich möchte ich bei Porträtaufnahmen auch schon einmal den Hintergrund scharf haben. Das lege ich vor der Aufnahme fest und wähle die Blende entsprechend kleiner (heißt: Zahl ist größer).

Alle SLRs bieten die Zeitautomatik an. Das heißt: Die Blende wird vorgewählt und die Zeit automatisch von der Kamera eingestellt. Mittlerweile haben auch viele Kompaktkameras die manuelle Einstellmöglichkeit.

Sportaufnahme, Auto-Rallye

Sportaufnahme, Auto-Rallye

Auf der Bergstrecke der Rallye de Maspalomas gelang mir eine Aufnahme aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Der Rennwagen wurde durch eine kurze Belichtungszeit “eingefroren”Bei der Rallye de Maspalomas auf Gran Canaria hatte ich einen guten Standpunkt am nördlichsten Bogen auf der Bergstrecke. Die Vorbereitung der gesamten Fotoserie entnehmen Sie bitte dem Beitrag über die Mitziehtechnik. Kurz: Am Vormittag Auswahl des Standortes und der Perspektiven. Am Nachmittag bei schönen Lichtverhältnissen mit viel Kartenspeicherplatz und voll gelandenen Akkus auf die Strecke zum Fotografieren.
Übrigens: Man sollte immer Ersatz-Akkus dabei haben. Dies sollte man schon beim Kauf der Kamera beachten. In meine Kamera kann ich handelsübliche Mignon-Zellen einsetzen. Die gibt es auch irgendwo in Afrika zu kaufen, wenn keine Steckdose zum Aufladen zu finden ist.

Zum Standort:
Zugegeben, es war etwas mutig, sich unter die Leitplanke zu legen. Aber warum sollte ausgerechnet an dieser Stelle der Fahrer seinen schwachen Moment haben? Jedenfalls war es sehr laut. Aber das stört den ambitionierten Fotografen nicht. Zwischen den einzelnen Rennwagen war ca. eine Minute Zeit. Die Autos starteten offensichtlich im Minutentakt. Das wußte ich vom Vormittag. Die Geschwindigkeit war an dieser Stelle noch nicht sehr hoch, da sich der Standort hinter einer Kurve befand. Dies erleichtert das Fotografieren ungemein.

Zum Foto:
Ich wählte eine Belichtungszeit von 1/640 Sekunde vor. Die Kamera war auf Blendenautomatik eingestellt. Die Messung auf die Mitte der Straße ergab die Blende 4.0. Ich schaltete auf “Manuell” um und wählte diese beiden Werte vor. Für diese Aufnahmen benötigt man ein lichtstarkes Objektiv. Die Brennweite wählte ich so, daß der Rennwagen nicht das ganze Format füllt. Man sollte den richtigen Ausschnitt in der Nachbearbeitung am PC wählen. Ich entschied mich, das Straßenschild links hinten mit aufzunehmen. Die Fokussierung erledigte ich, bevor der Rennwagen kam, manuell auf einen Punkt bzw. eine Ebene mitten auf der Straße. Wenn der Kühler des Autos an diesem Punkt war, wollte ich abdrücken. Beim Auslösen kam es jetzt nur noch darauf an, daß ich nicht zu früh (Auto zu weit entfernt) und nicht zu spät (nur noch das Hinterteil bzw. Kofferraum auf dem Foto) abdrückte. Zwischen den einzelnen Fotos habe ich immer wieder die Belichtung und den Fokus kontrolliert.